Zinsen manipuliert: Deutsche Bank am Pranger

Die Vorwürfe klingen ungeheuerlich: Die EU Kommission und die amerikanische Börsenaufsicht ermitteln angeblich gegen die Deutsche Bank AG. Der Vorwurf: Das größte deutsche Bankhaus soll Zinsen manipuliert haben.

Wie die Deutsche Bank in Ihrem Geschäftsbericht bestätigte, liegen dem Bankhaus Anfragen und Vorladungen von verschiedenen Behörden aus Amerika und Europa vor. Der Branchenprimus hatte bereits im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro für solche Fälle zurückgelegt.

Angeblich, so die Vorwürfe, hätte die Bank neben anderen Instituten die Zinssätze am Interbankenmarkt manipuliert. Diese Zinssätze, auch Libor – und Euribor- Zinssatz genannt, werden häufig für die Verzinsung von variablen Krediten herangezogen. Von den angeblichen Manipulation könnte also auch die Kosten von privaten Krediten, wie beispielsweise für Immobilienfinanzierungen, betroffen sein.

Wenn ein privater Kreditnehmer ein Darlehen mit einem variablen Zins aufnimmt, dann werden diese Zinssätze zur Berechnung der Zinslast herangezogen. Sollte sich herausstellen, dass diese Zinssätze durch Marktmanipulation zu hoch gewesen sind, könnte auch auf die Deutsche Bank eine Klagewelle zurollen. Kunden mit solchen variablen Krediten sollten einmal überprüfen lassen, ob bei der Berechnung ihrer Zinsen alles korrekt abgelaufen ist.

Die Aktien der Deutschen Bank AG verlieren derweil an der Frankfurter Börse rund 1,3 Prozent, während der Gesamtmarkt ebenfalls  um gut 1,3 Prozent niedriger notiert.

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