Spanien und Zypern flüchten nun auch unter den Euro-Rettungsschirm

Europa hat die Griechenlandkrise ganz knapp überstanden. Jetzt geht es weiter. Spanien und Zypern brauchen Geld aus dem Euro-Rettungsschirm. Beide Regierungen gaben gestern diese Information bekannt. Auf welche Höhe sich die Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm beziffern, wird noch entschieden. Jean Claude Juncker von der Eurogruppe erklärte, die Anträge zeitnah zu prüfen. Die US-Ratingagentur Fitch nimmt an, dass Zypern etwa vier Milliarden Euro beantragt haben könnte.

Spanien und Zypern kommen nun auch unter den Euro-Rettungsschirm. Für die europäische Bankenhilfe wird Spanien angemessene Auflagen und Restrukturierungspläne, den Finanzsektor betreffend, erhalten. Juncker leitete diesen Auftrag bereits an die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank und die Europäischen Bankenaufsicht weiter. Bei der Entscheidung steht ihm der IWF beratend zur Seite. Zypern versprach Juncker nach der Prüfung des Antrages eine formelle Antwort. Dabei erwartet er von den 17 Euro-Ländern und den Kommissionen hilfreiche Vorschläge für die Ausarbeitung der Auflagen.

Spaniens Bankenmisere

Bereits Anfang Juni hatte Europa der Regierung in Madrid 100 Milliarden Euro versprochen. Am 9. Juli wird Fernando Jiménez Latorre, Spaniens Wirtschaftsminister, eine Erklärung abgeben, wie hoch der tatsächliche Finanzbedarf Spaniens ist. Geschätzt werden momentan 62 Milliarden Euro. Ursache für die Probleme in Spanien könnte die Immobilienkrise 2008 gewesen sein. Damals waren immer mehr Spanier außerstande, ihre von den Banken geliehenen Darlehen zurückzuzahlen. Die Banken mussten sich daraufhin mit einem Hilfeersuchen an die Regierung wenden und erhielten Unterstützung.

Zypern und Griechenland

Die Banken in Zypern unterhalten viele Verbindungen nach Griechenland. Die Abschreibungen der zyprischen Banken aufgrund der Schuldenkrise Griechenlands belaufen sich auf 3,5 Milliarden Euro. Besonders das zweitgrößte Finanzinstitut des Landes, die Cyprus Popular Bank, leidet unter der Lage in Griechenland. Die Kapitallücke dieser einzelnen Bank beträgt 1,8 Milliarden Euro. Bis zum 30. Juni fordert die Europäische Bankenaufsicht von allen Geldinstituten neun Prozent Kernkapitalquote.

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