Auch ohne Braunkohle bleibt der Strompreis stabil

Eine Verminderung der Braunkohleverstromung hätte entgegen vieler Behauptungen aus der Politik und Energiewirtschaft kaum Folgen für die Strompreise. Das ergibt eine Modellrechnung einer Studie des Beratungsunternehmen Enervis, im Auftrag von Agora. Demnach würde das im letzten Jahr diskutierte Modell zur Stilllegung von Kohlekraftwerken mit einer Gesamtleistung von 10 GW lediglich zu einem Preisanstieg von rund 4 €/MWh (0,4 ct/kWh) führen. Im Bundeswirtschaftsministerium rechnet man laut einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Vorschlag sogar nur mit der Hälfte – 2 €/MWh. Das entspricht ca. 0,2 ct/kWh.

In einem Hintergrundpapier analysiert Agora weiterhin, wie verschiedene Kraftwerkseinheiten von einer Limitierung des CO2-Ausstoßes betroffen wären. Hier zeigt sich, dass speziell Braunkohlekraftwerke, die in 5 Jahren ein Alter von 40 Jahren und mehr erreichen werden, seltener laufen würden. Braunkohlekraftwerke haben in den vergangenen 15 Jahren mit keinem Beitrag zum Klimaschutz in Deutschland beigetragen, sondern sind verstärkt für den Stromexport genutzt worden. Genauer betrachtet hieße die Regelung, dass Deutschland weniger Strom in Nachbarländer exportieren würde als heute. Dadurch kämen vor allem Gaskraftwerke in den Niederlanden häufiger zum Einsatz und die Treibhausgasemissionen würde von Deutschland nur ins Ausland verlagert werden. Allerdings emittierten Gaskraftwerke nur etwa eine halbe Tonne CO2 pro Megawattstunde Strom während alte Braunkohlekraftwerke mehr als eine Tonne CO2 pro Megawattstunde ausstießen.

Das Papier zeigt auch auf, dass in Großbritannien, Dänemark und in Holland der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert wird, indem Kohlekraftwerke stärker reguliert werden. Dort wird eben stärker auf Erdgas oder Biomasse zur Stromversorgung gesetzt.

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