Deutschland schneidet im Banken-Stresstest gut ab

Bis auf ein schwarzes Schaf bestanden alle deutschen Banken den Stresstest der EZB. In Europa sieht es weniger positiv aus.

Die Europäische Zentralbank testete mit einem simulierten Stresstest 130 europäische Banken. Die gute Nachricht: Alle deutschen Banken bestanden den Stresstest, bis auf die Münchner Hypovereinsbank. Grund ist die niedrige harte Kernkapitalquote von 2,9 Prozent – statt der geforderten 8 Prozent. Die Kernkapitalquote bezeichnet das Kapital, das der Bank selbst gehört, im Verhältnis zu den Risiken.

Bereits Ende 2013, als die Münchner Hypovereinsbank erfuhr, Kandidat des Stresstests zu sein, verfügte sie über eine harte Kernkapitalquote von nur 6,9 Prozent. In der Zwischenzeit hatte die Bank ihr Kapital um 408 Millionen Euro erhöht. Sie ist damit auch in Krisenfällen gewappnet – die Kapitallücke ist geschlossen.

Bei den anderen deutschen Banken herrscht Stabilität. Ohne Stress verfügen sie im Schnitt über eine harte Kernkapitalquote von 13 Prozent. In der simulierten schweren Krise kamen sie auf eine Quote von 9,1 Prozent, womit sie weit über den in Krisenzeiten geforderten 5,5 Prozent lagen.

25 europäische Banken fallen durch den Stresstest der EZB

Europaweit fielen 25 der 130 getesteten Banken durch den Stresstest. Tatsächlich gelten aber nur 13 als gefährdet, weil die 12 anderen Banken bereits reagiert und ihr Eigenkapital erhöht haben.

Vier der durchgefallenen Banken kommen aus Italien. Spitzenreiter ist die Monte dei Paschi, die als älteste Bank der Welt gilt. Auf die Bank kommen 2,1 der insgesamt 10 Milliarden fehlenden Euro.

Die 13 Banken haben nun sechs bis neun Monate Zeit, um ihre Lücke zu schließen. Dies können sie entweder über das Senken der Risiken oder über eine Kapitalerhöhung erreichen.

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