Der Gaspreis fällt, nur für den Verbraucher nicht

Der Ölpreis ist stark gefallen und er fällt weiter. Momentan kostet Rohöl so wenig wie vor der ersten Ölkrise im Jahr 1973. Der Gaspreis hingegen hat sich aber für viele Kunden so gut wie nicht verändert, obwohl dieser auf dem Weltmarkt ebenfalls deutlich sinkt. Öl ist seit Jahren nun billiger als Gas. Für Erdgas werden rund sieben Cent pro Kilowattstunde bezahlt, Erdöl hingegen kostet nur vier Cent pro Kilowattstunde. Vor einiger Zeit folgten die Gaspreise mit etwas Verspätung den steigenden oder sinkenden Ölpreisen. In Expertenkreisen nennt man diese Preiskoppelung, Ölpreisbindung.

Der fallende Gaspreis kommt nicht beim Endkunden an

Während der Ölpreis im vergangenen Jahr aber um mehr als 25 Prozent gefallen ist, fiel der Gaspreis im selben Zeitraum aber nur um gut vier Prozent. Ein Haushalt mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 20000 Kilowattstunden zahlt rund 800 Euro für Öl, während die Kosten für Gas von 850 bis 1500 Euro zu beziffern sind. Nur 246 von 706 Grundversorgern haben ihre Preise um durchschnittlich 4,8 Prozent gesenkt. Gas-Anbieter hedgen sich im Rohstoff langfristig im Voraus, um gegen Preissteigerungen gewappnet zu sein. Diese Strategie ging nun aber nicht auf. Die Versorger verlangen für ihr Gas den alten, teuren Preis.

Höherer Steueranteil bei Gas

Ein weiterer Grund für den höheren Preis beim Gas ist der Steueranteil beim Erdgas, der wesentlich höher liegt als beim Erdöl. Diese Steuern und Netzkosten machen rund 50 Prozent des Gaspreises aus, so dass die Gasanbieter weniger Spielraum haben als die Ölversorger. In der Erdgasindustrie wird also die Ölpreisbindung aufgelöst, um Verlustgeschäfte zu vermeiden. Wo die Anbieter profitieren, leiden darunter die Kunden. Unser Tipp an alle Verbraucher: durch geschicktes Vergleichen einen günstigeren Gasanbieter suchen.

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