Müssen Sparer wegen Strafzinsen bald draufzahlen?

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hält weiter an und immer mehr Banken stehen unter Druck. Dieser Trend geht eindeutig zu Lasten der Sparer, die dadurch bald zur Kasse gebeten werden. Auf lange Sicht schließen die Sparkassen, Negativzinsen auf private Einlagen nicht mehr aus. Dennoch wollen die Sparkassen alles daran setzen, die deutsche Sparkultur zu erhalten, auch zu Lasten der Erträge. „Wenn dieser Zustand aber lange anhält, werden auch die Sparkassen die Kunden nicht ewig davor bewahren können“ so Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Was für die Sparer noch ein Zukunftsszenario ist, ist für die Banken bereits seit 2014 ernste Realität. Kreditinstitute, die ihr Geld bei der EZB parken, zahlen dafür Strafzinsen bei – 0,40%. Diese Strafzinsen schlagen sich deutlich auf die Erträge der Geldinstitute nieder. Die Sparer zahlen aber dafür die Rechnung in Form von mageren Zinsen, die kaum höher als die Inflationsrate sind. Noch sehen die Deutschen Kreditwirtschaft und die meisten Banken keinen Handlungsbedarf. Es wird sich zeigen, welches Institut der Deutschen Skatbank folgt, und Negativzinsen einführt.

Direktbanken sind die besser Alternative

Noch kann der Sparer wählen. Recht gute Möglichkeiten gibt es für Anleger bei den Direktbanken. Ein Blick auf die aktuellen Tagesgeldangebote unterstreicht dies. Direktbanken haben aufgrund ihrer schmalen Kostenstruktur, im Vergleich zu Sparkassen oder anderen Banken mit großem Filialnetz, die Möglichkeit, gute Zinsen an ihre Kunden weiterzureichen. Die steigende Inflationsrate und die damit einhergehend sinkende Realverzinsung macht es für Sparer zukünftig allerdings noch schwerer, den Vermögenserhalt zu sichern. Von Vermögensaufbau kann dann kaum noch die Rede sein. Gute Renditen lassen sich nur noch mit einem gewissen Maß an Risiko erreichen. Sinnvoll ist bei der langfristigen Vermögensanlage, die Streuung des Kapitals, um unter anderem die Sicherung der Altersvorsorge zu gewährleisten. In diesem Kontext warnt der DSGV-Präsident Fahrenschon: „Über 60 Prozent unserer Privatkunden haben monatlich eigentlich nichts mehr übrig, um Rücklagen zu bilden“. Die Politik ist nun gefordert, dass vorhandene Vermögensbildungsgesetz zu modernisieren, Einkommensgrenzen und Förderbeträge müssen erhöht werden. Seine Forderung: „Der Staat sollte so eigene Zinsersparnisse zielgerichtet an die Schwächeren in unserer Gesellschaft zurückgeben“.

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